Chronik
28 turnbegeisterte Männer und Jugendliche gründeten im Jahre 1929 den Turnverein Willmatshofen, um ihren Turnstunden einen offiziellen Rahmen zu geben. Unter der Vorstandschaft des damaligen Willmatshofer Hauptlehrers Wilhelm Wörle wurde zunächst noch unter freiem Himmel oder in der Scheune von Matthias Kienle geturnt.
Da aber auch das Faustballspiel immer größeren Anklang fand, wurde schon
bald nach einer geeigneten Stelle für einen Sportplatz gesucht. Die
Sandgrube wurde als ideal befunden. Diese mußte jedoch zuerst planiert und
als Spielfeld hergerichtet werden.
Hier an der Itzlishofer Straße befindet sich auch heute noch unsere
Turnhalle.
Regelmäßig wurden Wettkämpfe und -spiele mit Sportfreunden aus der näheren und weiteren Umgebung ausgetragen, z.B. Gersthofen, Burgau, Bobingen, Ziemetshausen oder Langeneufnach. Die Ausflüge wurden - wohlgemerkt - Großteils zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternommen.
Von der NS-Zeit und dem Krieg blieb auch der TVW nicht verschont und das Vereinsleben kam schließlich ganz zum erliegen. Der Hauptgrund war natürlich, daß viele Aktive zum Kriegsdienst eingezogen wurden.
Erst im Jahre 1946 konnte der Verein wiederbelebt werden. Hierzu mußte jedoch zunächst die Genehmigung der amerikanischen Besatzungsmacht eingeholt werden. Hauptinitiatoren waren damals Brandner Stefan und Jenuwein Pius. Der erste Vorstand nach dem Krieg war Hofbauer Franz.
Die Turnstunden fanden immer noch unter freiem Himmel oder in passenden Scheunen statt, so daß der Wunsch nach einem eigenen Sportheim immer größer wurde.
1952 begann man endlich mit dem Bau der ("alten") Turnhalle. Mit 1,30 DM (!!!) Kassenstand, viel Eigenleistung und zahlreichen Spenden entstanden die "eigenen vier Wände". Das Baumaterial "recycelten" die Helfer dabei aus einem Abbruch in Willmatshofen. Ein Jahr später feierte man dann die Einweihung der 8x12 m großen Halle. In diesem Zuge bekam der Verein auch eine Fahne. Diese hängt heute an ihrem Ehrenplatz im Foyer der Turnhalle.
Mit dem neuen Heim wurden die Aktivitäten ausgeweitet. Neben Faustball und Männerturnen wurden nun auch Damen- und Kinderturnen angeboten. Auch eine Akrobatikgruppe entstand und war lange Zeit sehr erfolgreich. Der Verein zählte nun ca. 120 Mitglieder.
In den folgenden Jahren wurde die Halle mehrere male erweitert. 1954 gründeten sich die Tell-Schützen Tronetshofen-Willmatshofen. Geschossen wurde anfangs im Gasthof Fischer in Tronetshofen. Um auch den Schützen in der Turnhalle genügend Länge für die 10 m-Stände zu schaffen, kam 1971 im Westen ein größerer Anbau hinzu. Weiterhin baute man das Dachgeschoss zu einer Wohnung aus.
Diese wurde vermietet, wobei der Mieter jeweils am Freitag abend und bei Veranstaltungen die Halle bewirtete. 1975 wurde die Tischtennis - Abteilung ins Leben gerufen. Spätestens jetzt war die Halle durchgehend genutzt. Mitte der 80er Jahre aber platzte alles fast aus den Nähten, und der Wunsch nach einem größeren Neubau wurde immer lauter. 1987 - 1989 entstand die heutige Halle (sh. eigene Seite). Pünktlich zum 60 - jährigen Bestehen des TVW konnte das neue Heim eingeweiht werden.
Der TVW "explodierte" nun förmlich. 3 neue Abteilungen wurden gegründet, ermöglicht durch das nun vorhandene attraktive Platzangebot. Es formierten sich die Badminton - Spieler, die Aerobic - Gruppe sowie in den Kellerräumen die Kraftsportler. Zusätzlich wurde das Angebot vor allem im Bereich Kinderturnen erweitert.
Entsprechend stieg nun auch die Mitgliederzahl. Waren es 1988 noch ca. 250, so kletterte und klettert bis zum heutigen Tage die Zahl konstant nach oben. Heute hat der TVW gut 600 Mitglieder und ist somit der zweitgrößte Verein in der Marktgemeinde Fischach.
Den zweiten Bauabschnitt des Neu- und Umbaus ging man 1992 an. Die alte Halle wurde teilweise abgerissen und an ihrer Stelle eine Sportgaststätte und eine Wohnung für den Pächter errichtet. Im September 1993 konnte dann die Gaststätte eröffnet werden. 1995 bekam der Verein eine neue Fahne, was natürlich mit einer großen Fahnenweihe und einem Umzug gefeiert werden mußte. Die "alte" Fahne bekam ihren Ehrenplatz.
Nun steht bereits wieder eine Erweiterung der Halle an. An der Nordseite soll ein Anbau entstehen. Hier werden im Keller vor allem Umkleideräume für die Schützen geplant, im Erdgeschoß ist ein weiterer Lagerraum für Turngeräte vorgesehen.
Im Jahre 2002 wird für die Jugend eine "Jugendvorstandschaft" eingerichtet, die von einer eigenen Jugendversammlung gewählt wird und dieser auch verantwortlich ist. Somit sollen die Belange und Interessen der Jugend einen direkteren Einfluss in die Vereinsführung finden.